
Vom 1. bis 9. Oktober 2026 besuchten Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Pullach i. Isartal ihre französische Partnerschule, das Collège Saint Jean in Pauillac. Im Mittelpunkt der diesjährigen Begegnung stand das Thema Inklusion und Diversität. Gemeinsam setzten sich die Jugendlichen mit der Frage auseinander, wie Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Thema Handisport, dem Sport für Menschen mit Behinderungen. Durch einen Vortrag der Fédération Handisport erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Möglichkeiten und Herausforderungen des inklusiven Sports. Bei einer Einführung in die Gebärdensprache lernten sie zudem eine alternative Form der Kommunikation kennen und erfuhren, welche Bedeutung barrierefreie Verständigung für gesellschaftliche Teilhabe hat.
Auch im schulischen Bereich stand Inklusion im Mittelpunkt. Die französischen Gastgeber stellten den deutschen Gästen die ULIS-Einrichtung ihrer Schule vor, die Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf unterstützt. Ergänzt wurde das Programm durch einen Vortrag der Association Médoc Enfance Handicap, bei dem die Jugendlichen mehr über die Arbeit für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und deren Familien erfuhren. Der gemeinsame Unterricht ermöglichte darüber hinaus Einblicke in den französischen Schulalltag und bot Gelegenheit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Bildungssysteme zu entdecken.
Neben der inhaltlichen Projektarbeit kam auch das gemeinsame Erleben in Lacanau an der Atlantikküste nicht zu kurz. Bei gemeinsamen Spielen am Strand und bei der Erkundung des Küstenortes standen das Miteinander und der persönliche Austausch im Vordergrund.
Weitere Programmpunkte waren der Besuch des Château Lynch-Bages, wo die Schülerinnen und Schüler die Weinproduktion hautnah erleben konnten, sowie die Erkundung von Pauillac und der gemeinsame Unterricht an der Partnerschule. Besonders wertvoll war auch die Zeit in den Gastfamilien: Sie ermöglichte den Jugendlichen, den Alltag im Nachbarland unmittelbar kennenzulernen, ihre Sprachkenntnisse praktisch anzuwenden und persönliche Kontakte über Ländergrenzen hinweg zu vertiefen.
Der Austausch wurde im Rahmen des Erasmus+-Programms der EU gefördert. Neben der Förderung der Sprachkenntnisse standen dabei auch interkulturelles Lernen, soziale Kompetenzen und die Auseinandersetzung mit europäischen Werten im Vordergrund. Die Begegnung zeigte, dass Inklusion nicht allein eine Frage institutioneller Rahmenbedingungen ist, sondern auch von Offenheit, gegenseitigem Respekt und der Bereitschaft lebt, unterschiedliche Lebensrealitäten kennenzulernen.
Mit vielen gemeinsamen Erfahrungen und neuen Eindrücken im Gepäck kehrte die Gruppe nach Pullach zurück. Bereits im Dezember steht der Gegenbesuch der französischen Schülerinnen und Schüler an, bei dem die deutsch-französische Zusammenarbeit fortgesetzt und das Thema Inklusion weiter vertieft werden soll.
Auch im kommenden Schuljahr wird der Austausch mit dem Collège Saint Jean in Pauillac wieder für Schülerinnen und Schüler der 7.-9. Klassen stattfinden. Wir freuen uns schon jetzt über zahlreiche Bewerbungen!
Fabian Sterl & Lara Braun
